Ausreichend Frequenzspektrum für 5G ist maßgeblich entscheidend für die Anzahl der Nutzer und für die erreichbaren Datenraten. Bis zur 4. Mobilfunkgeneration werden hauptsächlich Frequenzen bis 2.6 GHz genutzt. Viel höhere Frequenzen konnten zum Zeitpunkt der Einführung nicht massen tauglich genutzt werden. 

Der zur Verfügung stehende Bandbereich bis 2.6 GHz ist allerdings sehr begrenzt und muss für verschiedenste Anwendungsgebiete aufgeteilt werden. NB-IOT, Wlan, Mobilfunk, TETRA, RFID und DVB-T sind nur ein kleiner Auszug von Technologien die sich das knappe Frequenzspektrum teilen.

Generell gilt das Funknetze mit niedrigeren Frequenzen sich besser ausbreiten können. Dafür können Netze die höhere Frequenzen nutzen bessere Datenraten erzielen. Selbstverständlich ist die Trägerfrequenz nur einer der maßgeblichen Faktoren neben der genutzten Bandbreite und dem gewählten Modulationsverfahren.

Frequenzspektrum 1 unter 6 GHz

Generell spricht man bei 5G von zwei verschieden Frequenzbereichen die genutzt werden. Der niedrige Frequenzbereich wird häufig mir FR1 oder Sub6 abgekürzt. Damit ist der Frequenzbereich bis 6 GHz gemeint. Dieser Bereich ist schon deutlich größer im vergleich zu früheren Generationen. Der Bereich bis 6GHz wird wohl in erster Linie im mobilen Bereich zum Einsatz kommen. Wir erwarten, dass dies der meist genutzte Frequenzbereich für Privatkunden in Europa sein wird, zumindest für die nächsten Jahre. Zurzeit konzentriert sich der Ausbau auf das Band um 3.6 GHz. Das am besten ausgebaute 5G Netz in Europa wird derzeit in der Schweiz betrieben.

Frequenzspektrum 2 über 24 GHz

Für 5G können diverse Frequenzbereiche bis 40 GHz genutzt werden. Vor wenigen Jahren währe es noch undenkbar gewesen massen-taugliche Endgeräte herzustellen die in eine Hand passen. Durch große Fortschritte in den Produktionsverfahren hat sich die Technik in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. mmWave fähige Endgeräte passen mittlerweile in jede Hosentasche.

Das zweite 5G Frequenzspektrum FR2 fängt bei 24GHz an. Der Bereich bis 6 GHz ist für andere Technologien in Verwendung. FR2 wird häufig als mmWave bezeichnet. Hierbei handelt es sich um Frequenzen von derzeit 24GHz bis 40GHz. Aus heutiger Sicht ist eine flächendeckende Versorgung in diesem Frequenzbereich sehr schwer zu realisieren. Für eine gute Verbindung wird eine unterbrechungsfreie Sichtline (Line of Sight) benötigt. Die Dämpfung des Signals zum Beispiel durch Wände ist enorm, allerdings können exzellente Datenraten damit erreicht werden. Dieser Frequenzbereich eignet sich besonders für den stationären Einsatz. Es ist davon auszugehen, dass es hier eher darum geht, die teuren Festnetzleitungen ein zu sparen. Dadurch wird das heimische Modem obsolet und die Mobilfunk Unternehmen treten in Konkurrenz mit den Kabelanbietern.